YSL: Der Wahn der Schönheit

Die filmische Biografie „Yves Saint Laurent“ zeichnet in leisen Tönen das Leben eines der größten Modeschöpfer der Welt nach. Neben der Mode steht besonders die Person im Vordergrund. Wunderbar gespielt von Guillaume Gallienne zieht Laurent mit seiner Schüchternheit und Zerbrechlichkeit in den Bann. Ein wahres Genie, dass seine Liebe für die Schönheit mittels seiner Kollektionen ausdrückt und innerhalb kürzester Zeit mit gerade einmal Anfang zwanzig nach dem Tod von Christian Dior vom Assistenten zum gefeierten Kreativdirektor dieses Modehauses aufstieg. Einblick gibt der Film auch in den Entstehtungs- beziehungsweise Inspirationsprozess einiger der berühmtesten Kleider des Designers: von den Mondrian-Dresses über die Smoking-Kleider bis zu Roben im Marrakesch-Look – bestechend schön und mit ruhiger Kameraführung aufgenommen

Neben diesem wundervollen Bildern für die Augen bietet besonders das Verhältnis von Laurent zu dem französischen Unternehmer Pierre Bergé, die über 50 Jahre ein Paar waren, Einblicke in Yves’ Seele. Dieser beschützt den zerbrechlichen Couturier anfangs vor der Welt, die ihn zu erdrücken droht – Laurent will sich nur um die Kollektionen kümmern und empfindet PR-Termine und Interviews als körperliche Pein – und später vor sich selbst, als er sich in Exzessen Drogen, Alkohol und Affären hingibt. Gerne hätte der Film tiefere Einblicke in die seelischen Befindlichkeiten der Hauptakteure liefern können. Es bleibt auf langen Strecken dem Zuschauer überlassen, welche Emotionen und Beweggründe Laurent und Bergé zu ihren Handlungen veranlasst. Besonders wie es Bergé schafft, Laurent immer wieder aufzubauen und ihm beizustehen, obwohl dieser ihm das Leben mitunter sehr schwer macht, ist ein höchst interessanter Aspekt des Films, der leider zu wenig beleuchtet wird. Obwohl es eigentlich klar ist: Es kann nur wahre Liebe sein. Hier hätte sich der Film mehr trauen können und die Liebe zwischen den beiden klarer herausarbeiten können.

Ein überaus zu empfehlender Film, der zur Zeit zum Beispiel noch im Cinemaxx am Potsdamer Platz in Berlin anzuschauen ist.

©SquereOne/Universum
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Autor: Benjamin Blum

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