Mercedes Benz Fashion Week Berlin: Review Tag 1 – Escada Sport, Lena Hoschek, Mongrels in Common, JULIAANDBEN, Dimitri, Rebekka Ruétz, Alexandra Kiesel

Escada Sport

Trotz Kälte gilt es laut Escada im nächsten Winter, Bein zu zeigen. Voluminöse Mäntel, Capes und Ponchos in schokobraun halten wenigstens den Oberkörper warm. Auch die Kombination von Leder und Fell ist gelungen. Positiv herausgestochen sind vor allem die Kleider und Mäntel mit einem an Aquarell erinnernden Print. Und: Tartan ist wieder groß im Kommen. Bei Escada mutete es nach preppy-chic-chic an – sehr edel und perfekt für einen Herbstspaziergang in den Hamptons. Weniger einen Hingucker wert waren die sehr zugeknöpften Samtkleider am Ende der Show, die sich nicht so wirklich in das Gesamtbild der Kollektion einfügen wollten.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

Lena Hoschek

Paris, je t’aime. Und Lena Hoschek sowieso. Wie immer war die Show ein absolutes Highlight und hat einfach nur Spaß gemacht. Die Kollektion ist angelehnt an das Paris vergangener Dekaden. Fast wirkte es, als wären die Models der französichen Metropole der 50er entsprungen. Elegant, verspielt, verrucht, verführerisch, hoch geschlossen und doch sexy. Lena Hoschek versteht es wie keine andere, die Vergangenheit in der Moderne aufleben zu lassen und diese Gegensätze mit Leichtigkeit zu vereinbaren.  Scheinbar sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Zu Schluppenblusen mit Herzchen, messerscharfe Bleisiftröcke, mädchenhafte Plissées, strenge Hemdkleidern und sexy Spitzenblusen dürfen es auch gerne mal derbe Boots sein. Und wir haben gelernt: Ohne Baskenmütze geht nächsten Winter gar nichts.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

Mongrels in Common

Kurz und bündig: Black is beautiful. Mongrels zeigt schmale und maskuline Smokingjacken, Blazer und Blazermäntel in changierendem Schwarz. Damit keine Langeweile bei der Farbpalette aufkommt, sorgt die  Verarbeitung von glänzenden und matten Materialien in den einzelnen Stücken für Auflockerung der puristischen Kollektion. Besonders interessant war der Einsatz von Seide mit Farbverläufen, die einen gewissen Chamäleon-Look hervorrufen und einen Kontrastpunkt zu dem vorherrschenden Schwarz ausmachten.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

JULIAANDBEN

Endlich gibt es auch was für die Männer! Im Gegensatz zu den bislang auf der Fashion Week gezeigten Kollektionen für die Frauen dürfen wir Männer uns auf einen warmen Winter 2013 freuen. Dafür sorgt der von JULIAANDBEN eingesetzte Grobstrick – gerne auch oversized. Ein wirklicher Hingucker war eine gefilzte Hose mit einem rot-orange Farbverlauf. Nicht zu vergessen der Poncho aus schwarzem Strick mit Ledereinsatz – beide Daumen hoch. Und für die Gleichberechtigung: Damit nicht nur die Damen frieren gibt es für die Herren Pullis mit Schlitzen…


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

Dimitri

OK, wer nicht auf die Farbe Lila steht, hat bei Dimitri schlechte Karten. Diverse Abstufungen dieses Tons fanden Niederschlag in seiner Kollektion A/W2012/13. Außerdem Luxus pur: Frau trägt Pelz (und zwar mit Stolz): als Stola, Weste oder XXL-Kragen – ausnahmsweise nicht in lila. Alle Teile sagen “Here I Am”. Mit Dimitri ist ein dramatischer Auftritt also garantiert. Besonders sexy sind die seitlich hoch geschlitzten Bleistiftröcke. Der gelungene Einsatz von Schößchen bei diversen Blusen betont außerdem die Hüfte und zaubert eine umwerfend feminine Geometrie. Ebenfalls ein Hingucker sind plissierte Details an den Rockfronten.

Dimitri. Quelle: Mercedes Benz Fashion Week


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

 Rebekka Ruétz

Im letzen Jahr noch im Studio, diesmal auf dem Runway. Wollpullover und Wollkleider mit Fransen, die leicht bei jeder Bewegung wippen uns somit den wogenden Gang der Models visuell unterstützten, waren meine Highlights. Und dazu die Farbe zwischen gold und braun, die an Karamell erinnert… Auch der bestimmte, aber dennoch dezente Einsatz von Faltungen ist hervorzuheben, wie bei dem dunkelblauen Mantel, bei dem die Falten von der Schulter über die Brust bis hin zur Hüfte reichen. Und für Minustemperaturen gibt es noch einen Oversized-Pullover zum leichten Maxirock.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

 Alexandra Kiesel

Viele, viele, bunte Smarties. So farbenfroh war lange keine Kollektion mehr. Die letztjährige Gewinnerin des “Designer for Tomorrow”-Awards von Peek & Cloppenburg greift tief in die Töpfe und zeigte zur Überraschung eine Kollektion für S/S2012, Badeanzug inklusive. Doch nicht nur Farben werden von Kiesel virtuos gemixt, sondern auch Materialien, Muster und Prints. Das gefällt nicht jedem und der Träger braucht Mut. Aber auf jeden Fall besitzt die noch junge Designerin bereits jetzt ein sicheres Gespür zum MixMatching und schreckt selbst vor wildesten Mustern und Prints von Karos über Gesichter und Hände bis hin zu Blümchen zurück. Besonders schön waren die Röcke mit kleinen Blüten, deren Zartheit von einer zusätzlichen Lage Chiffon über dem Rock noch unterstützt wurde – bezaubernd.


Quelle: Mercedes Benz Fashion Week

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